Der Museumsbahnhof Seebrugg

Die Vision vom Zeitreisebahnhof

Am Standort Seebrugg soll sukzessive ein ganzjährig geöffnetes (Freilicht-)Museum für Sozial-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Technikgeschichte zwischen Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder (1945-1965) entstehen. Das Museum soll ein lebendiger Ort der Erfahrung und Wissensvermittlung sein. Ziel ist die erlebbare Darstellung der vom stetigen Wandel geprägten Nachkriegszeit bis hin zu den technischen Errungenschaften der beginnenden Wirtschaftswunderzeit.

Durch die detailgetreue, historische Wiederbelebung des Bahnhofs Seebrugg mit seinen Anlagen, Gebäuden und Fahrzeugen sowie den Abläufen und Lebenswelten wird dieses Ziel erreicht. Sämtliche Gerätschaften, Fahrzeuge und Anlagen werden in Funktion gehalten und vorgeführt, wobei sich Besucher auch aktiv beteiligen können.

In den gedeckten Güterwagen sorgen medial unterstützte Ausstellungen für die Wissensvermittlung und Aufarbeitung der im Freigelände präsentierten Themenschwerpunkte Technik, Verkehr und Logistik, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Wirtschaftsentwicklung sowie Schwarzwälder Heimatgeschichte.

Die Themen machen deutlich, dass es sich beim „Zeitreisebahnhof Seebrugg“ explizit um kein Eisenbahnmuseum handelt, sondern der Bahnhof lediglich den Rahmen für die museale Aufarbeitung der Themen bildet. Anhand der Lebens- und Arbeitswirklichkeiten eines ländlichen Bahnhofs lassen sich insbesondere folgende Veränderungen ablesen:

  • Die zügig einsetzende Motorisierung sowohl des Individual- als auch des Straßengüterverkehrs, einhergehend mit einer Umwälzung von Logistik und Transport.
  • Wandel der Energieträger und Energienutzung von Kohle und Dampf zu Erdöl und Strom. Hier lassen sich Brücken bis zum aktuellen Trend der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger schlagen. 
  • Weiter zunehmende Mechanisierung in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie, Übergang von Industrie- und Agrargesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft.
  • Veränderungen bei der Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs: vom Tante-Emma-Laden und saisonaler Selbstversorgung zu Vollversorgern und permanenter Verfügbarkeit.

Durch dieses breite Themenspektrum werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen, nicht nur Eisenbahnfans. Dies macht das Projekt inmitten der Tourismusregion Hochschwarzwald zu einer einzigartigen Attraktion, die mit ihrem Konzept die Regionalgeschichte touristisch inwertsetzt.

© Fotos: J. Reichelt