
Wiederinbetriebnahme der historischen Höllental-Ellok E44 1170
Lebenslauf der Lokomotive von 1944 bis heute
Die Elektrolokomotiven der Baureihe E44 waren die ersten Elloks in Deutschland, die in größerer Stückzahl (187 Stück) gebaut wurden. Diese von den Siemens-Schuckert-Werken als Universalloks konzipierten Lokomotiven prägten aufgrund ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit von 1933 bis in die 80er Jahre den Eisenbahnverkehr hauptsächlich in Süd-, aber auch in Mitteldeutschland. 1984 rollte die letzte E44 der DB aufs Abstellgleis.
Einige Exemplare der E44 wurden für den Betrieb auf steigungsreichen Strecken mit einer zusätzlichen elektrischen Widerstandsbremse ausgerüstet. Von den hiervon bestellten 40 Lokomotiven wurden zwischen 1943 und 1951 nur 32 Stück gebaut. Diese Loks sind mit einem „W“ hinter bzw. mit einer „1“ vor der Loknummer gekennzeichnet (z.B. E44 170w, E44 1170) und wurden ab 1968 als DB-Baureihe 145 (z.B. 145 170-7) bezeichnet.
Die E44 1170 stand ab 1944 im Dienst der Deutschen Reichsbahn und dann ab 1949 bis 1983 im Dienst der Deutschen Bundesbahn, wobei sie die längste Zeit, nämlich 54 Jahre lang, ihre Heimat in Freiburg hatte. Nach ihrer Ausmusterung war sie als betriebsfähige Museumslok des Bw Freiburg regelmäßig vor Sonderzügen im Höllental und auf der Dreiseenbahn im Einsatz. 1996 wurde sie nach Fristablauf abgestellt. Seit 2010 befindet sich die E44 1170 in der Obhut der IG 3 Seenbahn e.V. und ist derzeit im Bahnpark Augsburg geschützt untergestellt.
Betriebsfähige Aufarbeitung
Im Herbst 2016 fand eine umfangreiche Begutachtung der Lokomotive statt, bei der ihr guter Allgemeinzustand für eine durchzuführende Hauptuntersuchung durchaus positiv auffiel. Neben den Eisenbahn-typischen Gewerken, wie Bremsrevision und Fahrwerksprüfung, muss der gesamte elektrische Teil durchgeprüft und einzelne Komponenten gesondert aufgearbeitet werden. Als erstes erhielt der Hauptschalter im Sommer 2017 eine Aufarbeitung durch eine Fachfirma und der Transformator einen Ölwechsel. Bevor die Lok das erste Mal die Stromabnehmer heben kann, muss noch eine Hochspannungsprüfung durchgeführt werden. Als aufwändigste Projektpunkte stehen die Reparatur eines defekten Fahrmotors mithilfe einer Achssenke und der Einbau einer modernen Zugsicherungsanlage inklusive zeitgemäßer Funkanlage auf der Arbeitsliste. Nach einer erfolgten Fahrwerksaufarbeitung wäre die Lok dann betriebsfähig.
Solche Arbeiten kann heute jedoch kein reguläres Ausbesserungswerk mehr leisten, da die planmäßige Instandhaltung von Vorkriegs-Elloks Mitte der 80er Jahre endete. Das Wissen um diese Loks wird nur noch durch Kooperation und Austausch der wenigen Betreiber und ihrer Teams bewahrt. Deshalb arbeiten wir eng mit der Elektrischen Zugförderung Württemberg zusammen.
Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 130.000€. Davon wurden seit Projektstart bereits knapp 16.000€ investiert. Um die betriebsfähige Aufarbeitung weiter voranzubringen sind wir auf Spender und Sponsoren angewiesen.